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Katrin Strumpf bloggt über Lebensfragen und Alltägliches

“Es reicht!” oder wann ist genug genug

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„Mir reicht‘s!“ – ein Ausspruch den ich oft verwende, wenn ich damit einen Schlussstrich will oder über ein Thema nicht mehr sprechen will. Selten ist es eine Aussage die ich in dem Sinne treffe, dass etwas genügend vorhanden ist und ich daher dankend ablehne. Ich frage mich ob ich eigentlich erkenne wann etwas reicht und genug ist. Dem will ich mich heute nähern.

„Das hab ich alles nicht!“

Wie oft wollen wir mehr, als wir gerade haben? Wie oft ist es der Mangel, auf den wir unser Augenmerk richten und nicht die Fülle, die uns ebenfalls umgibt? Selten geht es bei „genug“ um das Lebensnotwendige. Das Gefühl von genug oder nicht genug kommt von woanders her… Das Monster der Unersättlichkeit, das in uns giert. Aus der Prägung unserer kapitalistischen höher-schneller-weiter-Welt. Aus einem Gefühl von nicht-genährt-Sein. Sicherlich ist es ein Gemisch aus individuellen und kollektiven Kräften, die hier am Werk sind, und die uns in unserem inneren Filmtheater immer und immer wieder das Märchen vom Fischer und seiner Frau durchspielen lassen.

Wann ist es denn genug?

Wenn der Topf überquillt? Wir sind unersättlich! Wenn der Kontostand auf „eine Million Dollar“ zeigt? Yeah – Dann können wir mehr von dem kaufen, was wir dringend brauchen! Und dann gibt es da noch das Nicht-genug an Liebe, Anerkennung und Zuwendung: wie dieses Loch stopfen? Endlich jemanden (am besten „den Einen“ oder „die Eine“) finden, der oder die diesen Eimer ohne Boden auffüllen kann bis es genug ist.

Und was passiert wenn wir all das nicht bekommen: Wir sind unzufrieden. Die Unzufriedenheit kriecht durch unsere Zellen und lässt alles, was wir anschauen in einem unschönen Licht erscheinen. Dann machen wir uns vielleicht Druck und tun immer mehr und mehr, um mehr zu bekommen (Weil mehr scheinbar mehr hilft). Oder wir verlangen von unserer Umwelt, dass „jemand anders“ diese Bedürfnisse stillt (Weil wir dann die Verantwortung nicht übernehmen müssen). Oder aber wir fühlen uns gelähmt und geben resigniert auf, denn es wird ja eh nie genug sein (Weil wir diese Erfahrung schon mal gemacht haben). So ein Teufelskreis aber auch!

Genügen geht subjektiv

Das Trickreiche ist, dass das gefühlte Genug niemals ein objektiver Wert sein kann. Es ist etwas, dass jedeR für sich herausfinden muss. Ein Weg aus dem Labyrinth der Gelüste und Begierden. Bemerken, was wirklich wichtig ist, was innere Lust bereitet. Spüren, wo die eigene Grenze des Genügens sich befindet. Auch, dass genug für alle da ist, und wir nicht zusätzlich in Vergleich und Konkurrenz verharren. Empfinden, dass ich genug bin. Und Du. Und dann das eigene Konsumverhalten und Handeln an diesen Werten ausrichten.

Jetzt wird genügt!

Hier sind einige Gedanken und Fragen, die mir in diesem Zusammenhang hilfreich sind:

  • Was brauche ich wirklich zum Leben? Was brauche ich im Leben. Was ist Spielerei oder Luxus (was total ok ist, aber check‘ es und sei Dir bewusst darüber).
  • Ohne wen oder was kann ich scheinbar nicht leben. Was ist, wenn ich ganz mit mir bin, ohne andere Menschen auf die ich mich beziehen kann und ohne Dinge?
  • Das was noch nicht genug ist, was ist das? Wozu brauche ich es? Zum Glücklich-werden oder um mich sicher zu fühlen…
  • Eine Freundin sagte mir einmal: „solange wir etwas kriegen wollen, sind wir im Krieg damit.“ Also: mehr Frieden für sich selbst vereinfacht es, Dinge zu empfangen und das zu sehen, was bereits da ist.
  • Einfach mal schauen und staunen, was Dich und mich alles umgibt.
  • Lass die Idee eines einfachen Lebens an Dich ran. Vieles zu besitzen und zu haben, und immer mehr zu wollen und dadurch auch zu müssen verkompliziert das Leben und lenkt vom Sein ab.
  • Einfach Sein ist jetzt (schon) genug. Spür das mal – voll entspannt, oder?P1100016

So, das ist jetzt aber mal ge…reade genug gewesen!

Viel Freude beim Genügen, Empfangen und Sein.

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